Algorithmen zur Planung von Produktions-Transport-Systemen Der Begriff Supply Chain (Lieferkette) in der Produktionsindustrie bedeutet die Verkettung von Lieferanten, Produzenten und Endkunden mit dem Ziel der Kostensenkung, Produktivitätssteigerung, Senkung der Durchlaufzeiten, usw. Das heisst, nicht die einzelnen Abläufe, sondern die gesamte "Kette" wird bei der Optimierung betrachtet. Nehmen wir als Beispiel die Automobilindustrie: Die Autoteile kommen von unterschiedlichen Lieferanten, werden dann zu einem Auto zusammengebaut, die Autos müssen dann an Kunden in der ganzen Welt ausgeliefert werden. Dabei müssen viele Bedingungen wie z.B. die Reihenfolge der einzelnen Aufgaben, Kapazität der Transportmittel und nicht zuletzt Termineinhaltung berücksichtigt werden. Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, Algorithmen zur Transportplanung in einer Lieferkette zu entwickeln. Dabei beschränken wir uns auf ein zweistufiges Modell, d.h. n Jobs müssen eine Kette bestehend aus zwei Prozessen (Maschinen), einer Produktionsmaschine und einer darauffolgenden Transportmaschine durchlaufen. Das Ziel ist es, die n Jobs möglichst pünktlich fertig zu stellen. Folgende Bedingungen müssen dabei berücksichtigt werden: Auf der Produktionsmaschine kann nur ein Job gleichzeitig bearbeitet werden, die Berbeitungszeit ist dabei jobabhängig, auf der Transportmaschine dagegen können mehrere Jobs zu einem Batch mit beschränkter Kapazität und konstanter Bearbeitungszeit zusammengefasst werden. Ein Job kann erst dann auf der Transportmaschine starten, wenn er auf der Produktionsmaschine fertiggestellt wurde. Weiterhin sind unterschiedliche Releasedates auf der Produktionsmaschine und Duedates für die gesamte Bearbeitungskette zu beachten. (Releasedates sind Zeitpuntkte, zu denen die Jobs für die Bearbeitung auf der Maschine bereit sind, Duedates sind die spätesten Fertigstellungszeitpunkte der Jobs.) Das Problem ist als NP-vollständig bekannt und wird zuerst als ein gemischt-ganzzahliges lineares Programm modelliert. Danach werden Lokale Suchverfahren zur Lösung des Problems eingesetzt. Die zentrale Rolle spielt dabei der sog. ``Barrieralgorithmus'', mit dem man das Batchingproblem (das Einplanen der Jobs auf der Transportmaschine unter Berücksichtigung von Release- und Duedates) polynomiell lösen kann.