Kryptanalyse mit biologisch inspirierten Algorithmen Die Natur dient in vielen Ansätzen der Informatik als Vorbild. Die Neuroinformatik modelliert biologische neuronale Netze nach, in Genetischen Algorithmen werden evolutionäre Prozesse nachgeahmt und im Bereich der Verteilten Künstlichen Intelligenz ist man bemüht mithilfe von Analogien zu Ameisen, Bienen oder Vögeln das Phänomen der Schwarmintelligenz zu duplizieren. Aufgrund der häufig viel versprechenden Ergebnisse kommen solche Algorithmen in immer mehr Gebieten zum Einsatz. Relativ neu sind derartige Ansätze im Moment noch im Bereich der Kryptologie. In dieser Bachelorarbeit soll ein Überblick über die bisher erfolgten Anwendungen von biologisch inspirierten Algorithmen zur Kryptanalyse, der Entschlüsselung von Nachrichten ohne Kenntnis des Schlüssels, gegeben werden. In diesem Zusammenhang sollen die Möglichkeiten und Grenzen dieser Herangehensweisen auf der Basis konkreter Beispiele erörtert werden. Hierfür wird darüber hinaus exemplarisch der Ameisenalgorithmus zur Analyse von Transpositionschiffren (Permutationen) implementiert. Bei diesem Algorithmus handelt es sich um eine Heuristik, die die Futtersuche von Ameisen simuliert. Mithilfe der Abgabe von Pheromonen gelingt es Ameisen den kürzesten Weg zwischen einer Futterquelle und ihrem Nest zu finden. Ein an dieses Verhalten adaptierter Formalismus ermöglicht es näherungsweise kürzeste Wege auf Graphen zu finden. Der hieraus entwickelte Angriff auf Transpositionschiffren arbeitet auf dem Graph, der beim "multiple anagramming", einer generellen Methode zum Entschlüsseln von Permutationen, aufgestellt wird. Die so konstruierte Applikation soll schließlich in das Open-Source-Projekt CrypTool integriert werden.